Colson Whitehead – Die Nickel Boys

Sehr bewegend und sehr gut geschrieben. In Florida ist Elwood, ein junger Schwarzer, auf dem Weg zu seinem ersten Tag am College. Beim Trampen wird er von einem anderen Schwarzen mitgenommen. Bei einer Polizeikontrolle stellt sich heraus, dass der Wagen gestohlen ist. Elwood landet in einer Besserungsanstalt, die Nickel Academy. Der Roman beschreibt die unmenschlichen Zustände in dieser Anstalt noch in den sechziger Jahren.

28.2.20

Angela Lehner – Vater Unser

Es ist die Geschichte einer jungen Frau, Eva Gruber, die mit der Behauptung, sie habe eine Gruppe von Kindergartenkindern getötet, von der Polizei aufgegriffen und in die Psychiatrie gebracht wird. Dort ist ihr Bruder – Bernhard – bereits in Behandlung und sie selbst wird von Dr. Korb behandelt. Die erste Hälfte liest sich sehr gut und ist immer wieder lustig und überraschend. In der zweiten Hälfte wird dann nach und nach das ganze Drama der Familie sichtbar. Vorgeblich versucht Eva ihren Bruder zu beschützen. Tatsächlich jedoch schmiedet sie einen Komplott, um den Vater zu töten, der vor Jahren die Familie verlassen und seitdem vernachlässigt hat. Für Eva erscheint es so als führe er mit einer anderen Frau ein besseres Leben.

15.3.20

Monika Helfer – Die Bagage

Ein schönes Buch, das man mit Muße lesen muss. Der Schreibstil erfordert Konzentration, ist aber immer eindringlich und geht menschlich nahe. Es beschreibt die Geschichte der Großmutter der Autorin, Maria, deren Mann Josef in den ersten Weltkrieg ziehen musste und sie mit drei Kindern allein lässt. Maria ist eine auffällig schöne Frau und begegnet einem anderen Mann, als der Bürgermeister, der eigentlich vom Mann beauftragt wurde, auf sie aufzupassen, sie mitnimmt zu einer Fahrt in einem benachbarten Ort auf den Markt. Dieser Mann scheint ihr näher zu kommen und als ein Kind geboren wird – Margarete, die Mutter der Autorin – ist nicht ganz klar, ob dieser Mann der Vater ist. Josef richtet niemals ein Wort an Margarete und ignoriert sie vollkommen. Die Familie zerbricht darüber, obwohl noch drei weitere Kinder geboren werden. Die Sieben Kinder werden nach dem Tod von Vater und Mutter im Dorf „Die Bagage“ genannt.

Bewegende Geschichte und eindringliche Erzählung. Dieses Buch lässt niemanden kalt.

16.3.20 – 27.3.20